„Ich bin gegangen, nur ein kleiner Schritt und gar nicht mal weit. Und wenn Du dorthin kommst, wo ich jetzt bin, wirst Du dich fragen, warum Du geweint hast.“
In Erinnerung an eine Seelenkatze
Wie fängt man einen Nachruf an, wenn alles noch so frisch ist und weh tut? Man lässt das Herz schreiben, die Tränen fließen und die Erinnerungen zurückkehren!
Täubchen war eine Katze voller Freude, voll Schalk im Nacken. Sie wusste wer sie war, sie wusste was sie wollte und sie hat so viel ertragen und einfach gemacht. Das Video hat keine traurige Melodie bekommen. Warum? Weil das nicht Taube war. Sie hat so viel Lachen, so viel Freude und so viel Liebe in mein Leben gebracht und auch in das der Personen, die sie auf ihrem Weg (seitdem sie 2024 ins Tierheim einzog) begleiteten.
Anfang März 2026 sollte Täubchen zu mir ziehen. Aufgrund eines Notfalls, der eine enge Betreuung erforderte, passierte etwas, dass ich nicht für möglich gehalten hätte: Sie schlich sich ganz unbemerkt so tief in mein Herz, dass sie bleiben durfte und ich mein Leben so umorganisierte, dass eine Katze mit Handicap darin ihren Platz fand. Schnell eroberte sie sich ihren Platz in meinem Rudel und wurde die Königin des Betts. Keine Nacht ohne sie. Sie erlebte vieles zum ersten Mal in ihrem Leben und nahm alles interessiert und neugierig auf. Auch wenn sie die Übungsstunden im Rolli hasste, so machte sie es mit. Zwar immer mit einem Meckern und einem vorwurfsvollen Blick, aber wenn es lief, dann war alles doch nicht so schlimm…
Die Menschen liebten sie! Jeder der sie erlebt hat und auch noch von der Tierheimzeit kannte, sprach davon wie sehr sie aufgeblüht ist in ihrem Zuhause bei mir. Wir fanden unsere gemeinsamen Routinen und das Lächeln auf meinem Gesicht, wenn ich ins Tierheim wollte und sie fragte, ob sie denn mitmöchte und sie sich dann schnell wieder schlafen stellte – einfach unbezahlbar. Sie liebte das entspannte Leben. Sogar die täglichen Badeeinheiten machte sie so super mit und wir wurden ein eingespieltes Team.
Doch alles änderte sich in der Nacht vom 30.6. auf den 1.7. – ihr Zustand veränderte sich auf einmal. Sie wurde matter und auf dem Weg in den frühen Morgenstunden in die Tierklinik verstarb sie. Keine vorherigen Anzeichen, die ich als Alarmsignal deuten konnte, kein „Bauchgefühl“ was sagt „da stimmt etwas nicht“. Es kam so plötzlich und riss mir das Liebste aus der Hand.
Mein Herz zerbrach und der Schock saß tief – nein, er sitzt immer noch tief. Nicht nur bei mir, bei allen die sie liebten. Es wird dauern… Mit der Zeit. Ein Engel ist wieder nach Hause gerufen worden. Sie war nicht nur eine Katze. Sie war eine Seelenkatze. Solche, die es nicht sehr oft auf der Welt für einen gibt. Ein Blick, ein Verstehen auf beider Seiten.
Da wo sie jetzt ist, hat sie kein Handicap mehr. Sie braucht keinen Rolli. Sie wird ihre Freunde treffen die ihr voraus gegangen sind. Mit ihnen toben und spielen.
Und vielleicht ist es wirklich so, dass ich mich frage, wenn ich einmal auf der anderen Seite bin, warum ich je zu Lebzeit meinen Schützlingen und Liebsten nachgeweint habe. Da ich es nicht weiß, werde ich um jedes mir anvertraute Leben weiterhin weinen. Keine Träne ist umsonst vergossen. Jeder Tropfen hält Erinnerungen, Liebe aber auch den Schmerz in sich.
Taubi oder Gurrru (wie ich dich immer liebevoll gerufen habe) du hinterlässt eine große Lücke. Wir werden dich alle einfach so unfassbar sehr vermissen. Dennoch geht das Leben weiter. Die Toten warten nicht mehr, aber die Lebenden tun es. Und so läuft das Leben einfach ohne Halt weiter. Es fragt nicht, ob es mal kurz stoppen soll, es läuft einfach.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen Paten und Unterstützern von Taubi unendlich bedanken! Die Futter-, Milch- und Drogeriespenden waren so enorm hilfreich. Die Finanzierung durch die Patenschaften für ihre Behandlungen so wichtig. Vielen Dank, dass ihr alle an der Seite von Täubchen wart.
In großer Dankbarkeit ein Stück Taubi zu Lebzeiten begleitet zu haben
Corinna und das Tierheim Alsfeld Team






